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Was beim Bogenkauf zu beachten ist

von Andrea Dürr

 

Die Suche nach dem passenden Bogen kann eine herausfordernde Aufgabe sein. Was gilt es zu beachten?

Bei Anfängern sind die Ansprüche sicherlich zunächst geringer: Hat die Stange eine ausreichende Krümmung und ist die Balance ausgewogen und weicht das Gewicht nicht erheblich von den Standardmaßen ab, sind die Grundvoraussetzungen an eine gute Spielbarkeit erfüllt, erst Fortschritte im Spiel werden feinere Nuancen an den Tag legen.

Unterschiedliche Materialien bestimmen die Qualität und Spielbarkeit eines Bogens, die Stange ist im Regelfall aus Brasilholz, Fernambuk oder Carbon.

Brasilholz ist eine allgemeine Bezeichnung für verschiedene tropische Harthölzer – nicht nur aus Brasilien-, die für günstige Bögen zum Einsatz kommen. Diese sind auch noch für fortgeschrittene Anfänger geeignet.

Seit dem späten 18. Jahrhundert wurden die besten Bögen aus Fernambuk hergestellt– ein Holz aus Brasilien, das in seinen Eigenschaften ideale Voraussetzungen dafür vereint: Stärke bei gleichzeitiger Elastizität ermöglichen eine optimale Ansprache. Natürlich gibt es auch hier eine große Bandbreite hinsichtlich Qualität und Beschaffenheit. Der Fernambuk Bestand hat im Laufe der Jahre empfindlich gelitten, restriktive Importbestimmungen machen das Holz mittlerweile zu einem teuren und schwer erhältlichen Material.

In den letzten 25 Jahren haben Carbon Bögen an Popularität gewonnen, nicht zuletzt aufgrund der Schwierigkeiten, die mit der Erhältlichkeit und dem Erwerb von gutem Fernambuk Holz einhergehen. Carbonbögen bestehen aus hochverdichteter Kohlefaser die durch einen zweistufigen Verbrennungsprozess aus Kunststofffasern gewonnen wird. In der Entwicklung hat sich hier viel getan: Wie bei den Bögen aus Holz gibt es auch bei den Kohlefaserbögen  unterschiedliche Qualitäten vom Schüler- bis zum Meisterbogen.

Die Bogenstangen aus Holz sind entweder rund oder oktogonal ausgearbeitet. Bei zwei Bögen aus dem gleichen Holz wäre die oktogonale Stange weniger weich und beweglich als in der runden Verarbeitung. Letztendlich sind die Holzeigenschaften ausschlaggebend für die optimale Gestaltung und Form der Stange.

Das Probespiel verschiedener Bögen in direkter Abfolge hilft oft, Unterschiede oder Präferenzen zu manifestieren, auch die Einschränkung der Variablen hilft beim Finden des geeigneten Bogens, d. h. das Instrument, auf dem die Bögen probiert werden, sollte immer dasselbe bleiben. Verschiedene Bogentechniken – beispielsweise spiccato oder legato – eröffnen das Potential eines Bogens, auch die Bogenposition am Frosch, in der Mitte oder an der Spitze gibt Hinweise darauf, ob der Bogen den Klang des Instrumentes verschönert oder davon ablenkt. Der erste persönliche Eindruck ist ein wichtiger Faktor, Zweitmeinungen können durchaus hilfreich sein, gleichzeitig aber auch verwirren. Letztendlich muss der Bogen zur Spielerin oder dem Spieler passen und Vorlieben sind hier so individuell wie breit gefächert, dass eine gemeinsame Auswahl oft schwerfällt.

Foto: Dietmar Gust