Handwerk mit Hingabe und 
Herz für die Musik

Sind Instrument und Spieler im Einklang und alle Komponenten aufeinander abgestimmt, entsteht ein ausgewogener Klang – und Freude am Musizieren.

Vorspiel

Durch das eigene Musizieren auf der Geige stehen für mich Klang, Spielbarkeit und die Interaktion zwischen Spieler und Instrument im Mittelpunkt. Meine Leidenschaft liegt darin, im komplexen Zusammenspiel vieler Faktoren individuelle Lösungen zu entwickeln. Dabei beziehe ich besonders auch die Körperhaltung beim Spielen in meine Betrachtung ein.

Die langjährige Erfahrung als Geigenbauerin hilft mir dabei, jedes Instrument mit Feingefühl und Sorgfalt zu behandeln. Ich repariere Streichinstrumente mit Respekt für ihre Geschichte und bewahre dabei ihre ganz eigene Substanz mit Blick auf die Zukunft.

Symbolfoto Geigenbau Tanja Hidde

Kurzprofil

Portrait Tanja Hidde

Tanja Hidde

Geigenbauerin

Tanja Hidde erlernte das Handwerk des Geigenbaus an der international renommierten Newark School of Violin Making in Großbritannien.

Danach arbeitete die gebürtige Berlinerin jahrelang in namhaften Werkstätten, u. a. bei Steffen Werth in Berlin, Xavier Vidal in Barcelona und Hans Weisshaar in Los Angeles/Berlin, mit dem Schwerpunkt auf Reparatur, Restaurierung und Klangeinstellung von Streichinstrumenten. Weitere Erfahrungen sammelte sie bei Arbeitsaufenthalten in Montpellier, Lissabon und Potsdam. Das Ladenlokal, die Werkstatt für Geigenbau im Künstlerviertel Friedenau, betreibt sie seit 2014.

In der Werkstatt arbeitet Tanja hauptsächlich an Reparaturen, Restaurierungen und Klangoptimierungen. Sie berät gerne zu allen Fragen rund um Instrument und Zubehör.

Warum Geigenbau?
Schon früh war die Geige für mich mehr als nur irgendein Instrument. Klang und Optik der Geige haben mich immer fasziniert, es lag etwas Geheimnisvolles darin…während des Studiums der Musikwissenschaft in Berlin wurde mir dann klar, dass mich nicht nur die theoretische Seite der Musik interessierte, sondern vor allem das schöpferische Arbeiten mit verschiedenen Materialien. Der Prozess, in dem aus dem rohen Holz ein lebendiges Klangobjekt entsteht, erschien mir wie die perfekte Verbindung von Kunst, Handwerk und Musik. Was ich in meiner Werkstatt am meisten liebe, ist einerseits die konzentrierte Arbeit an den Instrumenten und auf der anderen Seite der lebendige Austausch mit den Musizierenden. Ich glaube, dass diese beiden gegensätzlichen Pole den Beruf so reizvoll für mich machen.

Du hast in halb Europa und den USA gearbeitet – was nimmst du aus dieser Zeit heute noch mit in jede Geige?
Tatsächlich sind die Orte, an denen ich gearbeitet habe, stark mit den Personen verbunden, denen ich dort begegnet bin; in den größeren Werkstätten arbeiteten oft internationale Teams.  Es sind Techniken, Stile und Haltungen, die ich dort schätzen gelernt habe. Die Ermutigung, auch mal „out of the box“ zu denken und Dinge auszuprobieren, erfinderisch zu sein. Ich erinnere mich an kleine Kniffe und ungewöhnliche Techniken, auch Diskussionen zu ethischen Fragen beim Restaurieren. Da gibt es kulturelle Unterschiede, etwa, ob eine Restaurierung für den Betrachter sichtbar oder unsichtbar sein sollte. Ganz besonders dankbar bin ich für die intensive Zeit bei der Firma Hans Weisshaar in Los Angeles.

Was war der komplizierteste „Fall“, der je auf deiner Werkbank lag?
Das Verrückteste war wohl ein neuer Zargenkranz für eine alte norditalienische Geige. Die originalen Zargen waren zu beschädigt, um sie restaurieren zu können. Da Decke und Boden extrem asymmetrisch geformt waren, musste der gesamte Zargenkranz bewusst schief konstruiert werden. Das war unglaublich herausfordernd, aber mit dem Ergebnis war ich am Ende sehr zufrieden!

Was passiert in deiner Werkstatt, was Außenstehende überraschen würde?
Es entsteht immer etwas ganz Besonderes durch die Verbindung von Handwerk und Musik. Emotionen spielen eine sehr große Rolle in meiner Werkstatt. Ich glaube, das liegt auch daran, dass ein Streichinstrument eng am Körper gehalten, quasi umarmt wird, und dass der Klang dem der menschlichen Stimme so ähnlich ist. Die Beziehung zwischen Musiker und Instrument ist dadurch sehr intim und mit vielen Emotionen verbunden, so wie ja auch die Musik selbst durch das Erzeugen von Stimmungen berührt. Das kann eben zu großer Freude oder andererseits auch einmal zu Tränen führen.

Was inspiriert deine Arbeit heute?
An erster Stelle inspiriert mich die Musik. Dann sind es die Instrumente, die ich anschauen und studieren kann, bei Ausstellungen, im Museum oder auf meiner Werkbank.
Auch der internationale Austausch mit Kolleginnen und Kollegen inspiriert mich sehr, auf Online-Netzwerken oder bei Fachtagungen und Ausstellungen.
Beim Restaurieren liebe ich es, ein Instrument wieder zum Leben zu erwecken, in dem ich etwas Besonderes erkenne: Eine kleine Fläche originalen Lacks, der unter einer matten Patina hervorscheint, oder etwas anderes am Instrument, das mich irgendwie berührt.

Gibt es Momente mit Kunden oder Instrumenten, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?
Am schönsten ist der Moment, in dem ich die Freude meiner Kundschaft unmittelbar spüren kann, wenn sie ihr geliebtes Instrument wieder abholen und mit dem Ergebnis meiner Arbeit hochzufrieden sind. Wenn man für ein kniffliges Problem eine gute Lösung gefunden hat. Wenn nach ein paar Tagen Einspielen die Rückmeldung kommt, dass jetzt alles perfekt sei. Es hat mich einmal sehr gerührt, als eine Familie die alte Geige der Oma hat aufarbeiten lassen und die Oma direkt bei der Abholung per Videocall angerufen hat, um ihr das Ergebnis zu präsentieren.

Instrumenten-­
sprechstunde

Individuelle Pflege- & Klangberatung

In meiner Instrumentensprechstunde erfahren Sie alles über die richtige Pflege Ihres Streichinstruments. Wir inspizieren Instrument und Bogen, analysieren den Klang und nehmen auch die Spielhaltung unter die Lupe. Das Angebot richtet sich an alle Musizierenden, die ihren bewussten Umgang mit dem Instrument vertiefen wollen

Müsing-Bögen

Neu in meinem Angebot

Die hochwertigen Carbonbögen der Firma Müsing aus Würzburg verbinden innovative Materialien mit modernem Design. Klanglich und spieltechnisch können sie sich mit feinen Fernambukholz-Bögen messen. Durch das geringe Gewicht und die vergleichsweise hohe Eigenresonanz entlasten die Bögen beim Spielen die Schulter und den gesamten Arm. Mit einem Müsing-Bogen kann man außerdem problemlos reisen, da keines der verwendeten Materialien dem Artenschutz unterliegt.

Müsing-Bögen

Instrumentensprechstunde

Neu in meinem Angebot

Die hochwertigen Carbonbögen der Firma Müsing aus Würzburg verbinden innovative Materialien mit modernem Design. Klanglich und spieltechnisch können sie sich mit feinen Fernambukholz-Bögen messen. Durch das geringe Gewicht und die vergleichsweise hohe Eigenresonanz entlasten die Bögen beim Spielen die Schulter und den gesamten Arm. Mit einem Müsing-Bogen kann man außerdem problemlos reisen, da keines der verwendeten Materialien dem Artenschutz unterliegt.

Individuelle Pflege- & Klangberatung

In meiner Instrumentensprechstunde erfahren Sie alles über die richtige Pflege Ihres Streichinstruments. Wir inspizieren Instrument und Bogen, analysieren den Klang und nehmen auch die Spielhaltung unter die Lupe. Das Angebot richtet sich an alle Musizierenden, die ihren bewussten Umgang mit dem Instrument vertiefen wollen

Platzhalter

» Geige, Bratsche, Cello – Eine regelmäßige Überholung hält Instrument und Bogen intakt, sorgt für eine optimale Klangentfaltung und verbessert den individuellen Spielkomfort. «

Fragen & Antworten

Schulterstütze und Kinnhalter sind wichtiger, als man denkt: Sie müssen zum Spieler und seiner Anatomie passen, sonst führen Fehlhaltungen schnell zu Verspannungen. Es lohnt sich, verschiedene Modelle auszuprobieren. Ich berate Sie gerne.

Die Bogenhaare sollten gut auf den Saiten haften, ohne den Klang zu beeinträchtigen. Es muss nicht vor jedem Spielen Kolofonium aufgetragen werden, es sollte beim Streichen nicht stauben. Da im Kolofonium ätherische Öle enthalten sind, die im Laufe der Zeit verfliegen, kann es nur so lange verwendet werden wie die Haftwirkung besteht – danach sollte man es durch ein neues ersetzen.

Viele Manufakturgeigen (= in Serie hergestellte Geigen) wurden mit einem Stradivari- Zettel versehen, aber nicht um den Käufer zu täuschen, sondern um die Wertigkeit zu steigern – oder schlicht als Modellbezeichnung. Es ist heutzutage relativ unwahrscheinlich eine noch unbekannte Stradivari zu entdecken.

Das hängt davon ab, wie viel Sie spielen. Manche Musiker lassen ihren Bogen alle drei Monate frisch beziehen, andere warten ein Jahr oder länger damit. Wenn Sie merken, dass die Bogenhaare nicht mehr greifen oder stark verfärbt sind, sollten Sie sie erneuern lassen.

Das ist schwer zu beantworten. Kann man eine Geige einem Meister zuschreiben, hat sie meist einen höheren (Handels-)Wert als ein „namenloses“ Instrument aus dem gleichen Umfeld, auch wenn beide gleich gut klingen. Der Wert einer Geige wird also durch verschiedene Faktoren wie Herkunft, Zustand und Klang bestimmt.

Nach jedem Spielen sollte das Instrument mit einem weichen, trockenen Baumwolltuch abgewischt werden, um Kolofonium und Schweiß zu entfernen. Dazu kann z.B. ein altes Stofftaschentuch verwendet werden. Der Lack sollte außerdem regelmäßig in der Geigenbauwerkstatt professionell gereinigt werden

Kund:innenstimmen

» Auf die individuelle Beratung kommt es an! Das ist in dieser hochkarätigen Werkstatt, die von Offenheit und Vielseitigkeit geprägt ist, eine hohe Priorität. «

» Ich empfehle Tanja Hidde allen Menschen, die ein Streichinstrument spielen. Mein Cello und ich fühlen uns seit vielen Jahren bei ihr vollkommen sicher und bestens aufgehoben. Sie ist eine großartige Geigenbauerin! «

» Frau Hidde kann ich nur empfehlen! Sie ist unkompliziert und nimmt sich für alle meine Anliegen Zeit. Somit fühle ich mich stets gut beraten. Auch meine Schüler*innen schicke ich sehr gerne zu ihr – die Leihinstrumente klingen wirklich schön, und als Geigenlehrerin ist mir der Klang sehr wichtig! Kurz gesagt: sie ist eine sehr kompetente Geigenbauerin, die sich Zeit für ihre Kunden nimmt! «

» Dank der Arbeit von Tanja haben sowohl meine hochwertige Geige als auch zwei einfache Manufakturinstrumente klanglich enorm gewonnen. Besonders beeindruckt hat mich ihr Gespür, auch aus preiswerten Geigen das Beste herauszuholen. Die Instrumente klingen jetzt voller, klarer und deutlich harmonischer, und auch spieltechnisch hat sich vieles verbessert. Ich kann ihre Arbeit uneingeschränkt empfehlen. «

» Tanja Hidde hat eine prima Auswahl an Streichinstrumenten und mehr noch, seit kurzem auch Carbonbögen von Müsing von hervorragender Qualität! Bei Tanja habe ich inzwischen eine schöne englische Violine gefunden und mir einen seltsam guten Müsing C 5 Carbonbogen gekauft. Sie nimmt sich echt Zeit für eine gute Beratung, nicht nur für Streichinstrumente und Bogen, auch für das „drumherum“ an Saiten, Schulterstützen, Feinstimmer, Kinnhalter. Sehr zu empfehlen! «

Wunderkammer

Wissen, Geschichten &
Pflegetipps

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Unsichtbare Mitwirkende: Reparieren im Bewusstsein vieler Generationen

Von Teppichkäfern und Bogenhaaren

Warum im Geigenkasten manchmal kleine Monster wohnen – und wie man sie wieder loswird
Foto Tanja Hidde Geigenbau Berlin Restaurierung

Die Stradivari vom Dachboden

Über Originale, Kopien und bewusste Täuschungen

Portait Tanja Hidde in der Werkstatt

Kontakt & Anfahrt

Ich freue mich über Ihre Anfrage.

Tanja Hidde – Geigenbauerin

T +49 (0) 30 85 99 40 60
hidde@geigenbau-in-berlin.de

Anfahrt / Adresse

Wilhelm-Hauff-Straße 14
12159 Berlin – Friedenau
(2 Min. vom S-Bhf. Friedenau)
Google maps

Öffnungszeiten

Mo – Fr 10:00 – 17:00 Uhr
und nach Vereinbarung

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